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Schutz

Rechtlicher Schutz

 

Besonders in ihrem mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet ist die Gelbbauchunke (Bombina variegata) durch die Zerstörung und Isolation geeigneter Lebensräume gefährdet. Hier ist es Populationen häufig nicht mehr möglich, sich aus eigener Kraft zu regenerieren oder genetischen Austausch zu anderen Populationen zu haben, da diese zu weit weg sind oder beispielweise durch Straßenbarrieren nicht erreicht werden können. Daher sind die Bestände der Gelbbauchunke zum größten Teil stark rückläufig. Besonders betroffen ist davon die nördliche Arealgrenze, die u.a. durch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verläuft. Infolge dessen wird die Gelbbauchunke als „stark gefährdet“ (Kategorie 2) auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands geführt. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ist sie „vom Aussterben bedroht“ (Kategorie 1).

Gefährdung

Der dramatische Rückgang der Gelbbauchunke, insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist in erster Linie auf die Beeinträchtigung bzw. den Verlust ihrer Lebensräume zurückzuführen. Darüber hinaus sind die letzten Populationen oft stark isoliert, so dass keine Wanderungen von Einzeltieren zwischen den Populationen für einen genetischen Austausch mehr stattfinden können. Aufgrund der großen Bestandseinbußen befindet sich die Gelbbauchunke in Deutschland einem schlechten Erhaltungszustand und wird bei der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in den Anhängen II und IV aufgeführt. Zudem wird die Gelbbauchunke auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten Deutschlands als „stark gefährdet“ und in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

 

Verbreitung

Verbreitung in Deutschland

 

Die nördliche Arealgrenze der Gelbbauchunke verläuft quer durch Deutschland. Dabei gehören die Vorkommen hier zum Arealzentrum der Art. Deutschland beherbergt knapp 15 % des Gesamtareals der Gelbbauchunke. Daher hat Deutschland eine besondere Verantwortung zum Erhalt dieser Art. Die Verbreitungsschwerpunkte der Gelbbauchunke liegen in Bayern und Baden-Württemberg, wo sie stellenweise noch flächendeckend vorkommt, während die Populationen in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets stark voneinander isoliert sind. Die Schwerpunktvorkommen liegen in Mittelgebirgslagen und im Hügelland zwischen 100 bis 500 m ü. NN, daher wird die Gelbbauchunke auch häufig als „Bergunke“ bezeichnet.

 

Lebensraum

Gelbbauchunken besiedeln im Allgemeinen dynamische Lebensräume mit einer hohen Strukturvielfalt und benötigen besonnte, vegetationsarme Flachgewässern zur Fortpflanzung. Ursprünglich entstanden solche Gewässer durch Geschiebedynamik entlang von Bachläufen in Mittelgebirgsregionen sowie in Auenbereichen von Flussläufen, wo Überschwemmungen immer wieder dynamische neue Gewässer entstehen ließen. Die von der Unke genutzten Lebensräume lagen daher in Auen natürlicher Fließgewässer, im Bereich von Quellmooren, im Verlandungsbereich von Biberstauseen, in Sümpfen und Feuchtwiesen.

Biologie

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) gehört zur Familie Bombinatoridae und ist eine typische Pionierart in dynamischen strukturreichen Lebensräumen. Sie hat einen abgeflachten Körper und ihre warzige Oberseite ist hell- bis dunkelgraubraun, mit stellenweise dunkelbrauner oder olivenfarbiger Schattierung. Die charakteristischen Merkmale dieses Froschlurchs sind das individuelle gelb-schwarz/graue Muster seiner Unterseite und die herzförmigen Pupillen.

 

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

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