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Projektregion Oberrhein

Die Projektregion „Oberrhein" beinhaltet insgesamt 42 Projektgebiete. Diese sind innerhalb Baden-Württembergs relativ gleichmäßig entlang des Rheins von Nordbaden bis zur Schweizer Landesgrenze verteilt. Auf diese Weise wird eine durchgängige Kette von Gelbbauchunken-Habitaten innerhalb der Oberrheinebene geschaffen. Die Projektgebiete liegen überwiegend im Flachland in der ehemaligen Überschwemmungszone des Rheins und in stillgelegten sowie aktiven Abbau-Gebieten. Die meisten Projektgebiete haben eine Größe zwischen zwei und fünf Hektar, nur einige wenige sind 10, 20 oder sogar 50 Hektar groß.

 


Abb. 1: Übersichtskarte zu der Projektregion „Oberrhein" mit 42 Projektgebieten in Baden-Württemberg.

Projektgebiete


Abb. 2: In den Rheinauen finden sich noch Primär-Habitate der Gelbbauchunke.

Die 42 Projektgebiete umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope. Es gibt natürlich entstandene Primär-Habitate in den Rheinauen, die unter anderem von Wildschweinen offen gehalten werden (Abb. 2). Daneben befindet sich ein großer Teil der Projektgebiete in Steinbrüchen sowie Ton- und Kies-Abbaugebieten. Daher ist eine gute Zusammenarbeit mit den Steinbruchbetreibern sowie dem Industrieverband Steine und Erden (ISTE) für den Erfolg des Projektes unabdingbar. Sehr viele Projektgebiete befinden sich in Feuchtwäldern, wo in enger Zusammenarbeit mit dem Forst neue Gelbbauchunken-Habitate geschaffen werden. In einigen Projektgebieten soll eine Beweidung etabliert werden, die für eine dauerhafte Offenhaltung der Gelbbauchunken-Tümpel sorgt. Eine besondere Rolle spielen auch ehemalige Truppenübungsplätze, bei denen durch die frühere militärische Nutzung wassergefüllte Panzerspuren und weitere Kleingewässer entstanden sind.

Fast alle Projektgebiete sind durch die Nutzungsaufgabe und die schnell fortschreitende Sukzession hochgradig bedroht.

Regionale Projektziele und Maßnahmen

 
Abb. 3: Vorher-nachher: Nach der Durchführung der Maßnahme ist das Kleingewässer im Steinbruch Leimen wieder vegetationsfrei und als Reproduktionsgewässer geeignet.

Als erstes Ziel sollen die bestehenden Gelbbauchunken-Populationen gefördert und gestärkt werden. Dies wird erreicht durch die Re-Aktivierung von bestehenden Kleingewässern und die Schaffung von neuen Tümpel-Komplexen in der unmittelbaren Umgebung (Abb. 3). In den letzten Jahren waren viele Populationen aufgrund der fortschreitenden Sukzession empfindlich geschrumpft. Dieser Trend soll umgekehrt werden, so dass letztendlich starke Spender-Populationen entstehen, die einen hohen Expansionsdruck haben und das Umland besiedeln. Durch die Neuanlage von Trittstein-Biotopen sollen die bestehenden Gelbbauchunken-Populationen miteinander vernetzt werden.

Dies alles kann nur gelingen durch den Aufbau eines Netzwerks von Gelbbauchunken-Schützern, die sich als Ehrenamtliche oder in ihrer Funktion innerhalb der Naturschutz- und Forstbehörden, als Grundstücksbesitzer oder Steinbruch-Betreiber für den Schutz der Gelbbauchunke einsetzen. Dieses Engagement wird gefördert durch die projektbegleitende Arbeitsgemeinschaft, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung trifft.


Ansprechpartner

NABU Baden-Württemberg

Christiane Kranz

Schröderstr 24

69120 Heidelberg

Tel.: 06221/181038

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Link: NABU Baden-Württemberg

 

Büro für Landschaftsökologie

Hubert Laufer

Kuhläger 20

77654 Offenburg

Tel.: 0781/9674921

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Link: BfL Laufer

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

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