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25.07.2014: Großer Pressetermin in Baden-Württemberg

NABU baggert für die Gelbbauchunke

Naturschutzbund stellt BfN-Präsidentin Jessel und Landesnaturschutzminister Bonde mit weiteren Kooperationspartnern die Erfolge seines Gelbbauchunken-Projekts vor

 

Nußloch – Gemeinsam für die Gelbbauchunke – das ist das Ziel des Naturschutzprojekts „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“, das der NABU zusammen mit Bund, drei Ländern und vielen Partnern durchführt. Der Bestand der Gelbbauchunke befindet sich in einem sehr besorgniserregenden Zustand. Aktuell ist diese Amphibienart auf den Roten Listen Deutschlands und Baden-Württembergs als „stark gefährdet“ eingestuft. Eingeladen in den Nußlocher Steinbruch von Heidelberg Cement hatte der NABU Baden-Württemberg alle landesweiten Kooperationspartner und Projektförderer. Grußworte an die Gäste richteten neben der Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN) Prof. Dr. Beate Jessel als Fördermittelgeberin der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde , der Präsident des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) Peter Röhm sowie der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann.


 

Hubert Laufer (BfL Laufer) , Peter Röhm (ISTE Präsident), Christian Knell (HD Cement), Alexander Bonde (Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg), Andre Baumann (Landesvorsitzender, NABU Baden-Württemberg), Prof. Dr Beate Jessel (Präsidentin, Bundesamt für Naturschutz), Kai Schmidt-Eisenlohr (Grüne, MdL), Dr. Mirjam Nadjafzadeh (NABU Niedersachsen), Thomas Beißwenger (Geschäftsführer ISTE), Christiane Kranz (NABU Baden-Württemberg), Anna Bruzinski und Silvia Hund (beide BfL Laufer) engagieren sich für die Gelbbauchunke in Baden-Württemberg.

 

Kurzfilm zum Thema


Der Steinbruch Nußloch ist eines von 42 baden-württembergischen Projektgebieten. Hier hat der NABU inzwischen mit einem Bagger einige Kleinstgewässer angelegt, in denen sich bereits Gelbbauchunken angesiedelt haben und deren Kaulquappen sich dort sehr gut entwickeln. Da Gelbbauchunken sich nur in sehr kleinen Tümpeln, mit Wasser gefüllten Fahrspuren und größeren Pfützen fortpflanzen und diese größtenteils frei von Bewuchs sein sollten, haben die Naturschützer zudem bestehende Kleingewässer freigeräumt. Zusammen mit den übrigen Projektgebieten am Oberrhein entsteht so eine Reihe neuer Lebensräume, über die sich die einzelnen Vorkommen des kleinen Lurches auch untereinander vernetzen können.

Das bundesländerübergreifende Naturschutzprojekt wird über die Gesamtlaufzeit von sechs Jahren mit gut 2,5 Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert. „Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz und die Erhaltung der Gelbbauchunke, da sich hier sowohl ihre nördliche Verbreitungsgrenze als auch ein bedeutender Teil des Gesamtareals befindet“, sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN. „Die Lebensräume der Gelbbauchunke sind dynamische und strukturreiche Offenlandschaften mit Kleingewässern. Sie sind in ihrer vielfältigen Ausprägung wichtig für die Biologische Vielfalt. Wir erhoffen uns von solchen Projekten, die neue Lebensräume für Leitarten des Artenschutzes schaffen, eine wichtige Signalwirkung auch über die Landesgrenzen hinaus.“

Der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde überzeugte sich vor Ort im Nußlocher Steinbruch von den aktuellen Fortschritten und Ergebnissen des Projekts. „Die typischen Artengemeinschaften unseres Landes dauerhaft zu sichern, ist ein wichtiges Ziel unserer Naturschutzstrategie. Dabei achten wir besonders auf Arten wie die Gelbbauchunke, für die Baden-Württemberg innerhalb Deutschlands und Europas eine besondere Verantwortung hat", sagte Bonde. Baden-Württemberg engagiere sich bereits in einigen Projekten für das Überleben der Unke. „Abbaustätten wie Steinbrüche oder Kiesgruben sind wesentliche Elemente eines Biotopverbundes für Pionierarten. Leider gibt es in Baden-Württemberg zu wenige natürliche Standorte, an denen die Gelbbauchunke überleben kann, deshalb müssen wir diese Sekundärlebensräume wie hier im Steinbruch schaffen und pflegen. Der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und den Abbau-Unternehmen ist uns deshalb ein besonderes Anliegen“, erklärte der Naturschutzminister.

 


Auch in Ton- und Kiesgruben ziehen sich seltene Arten wie die Gelbbauchunke gerne zurück. Mit dem ISTE hat der NABU Baden-Württemberg deswegen bereits 2012 eine Erklärung zur Förderung einer nachhaltigen Rohstoffnutzung in Baden-Württemberg unterzeichnet. Peter Röhm, Präsident  des ISTE: „Der Artenschutz liegt vielen unserer Unternehmen am Herzen. Deshalb setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass Gelbbauchunken und Co. unsere Steinbrüche, Ton- und Kiesgruben als Rückzugsraum nutzen können.“

Dass sich Gelbbauchunken im Nußlocher Steinbruch wieder wohl fühlen und sich munter vermehren, ist derzeit vor Ort zu beobachten. „Wir sind stolz auf den Artenreichtum in unserem Steinbruch, denn nicht nur die Gelbbauchunke, sondern beispielsweise auch Neuntöter und Ödlandschrecke fühlen sich hier wohl. Ich hoffe, dass die gute und pragmatische Zusammenarbeit mit dem NABU Baden-Württemberg noch viele weitere Jahre andauert“, sagte Christian Knell, Sprecher der Geschäftsleitung von HeidelbergCement Deutschland.

„Der Schutz von Gelbbauchunken hat für uns eine sehr hohe Priorität. Deshalb arbeiten wir gerne mit Bund, Land und Unternehmen zusammen, um diese selten gewordene Tierart zu fördern. Das erfreuliche ist: Wenn wir alle an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen, können wir binnen kurzer Zeit mit diesem Projekt den kleinen Unken helfen. Das ist mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein“ sagte Dr. Andre Baumann, Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg.

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

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