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15.08.2014: Exkursionsabschluss für die Saison 2014 im Nördlichen Weserbergland

Exkursionsabschluss für die Saison 2014 im Nördlichen Weserbergland

 

Insgesamt acht Exkursionen wurden im Jahr 2014 vom NABU Niedersachsen begleitet

 

15. August 2014 - Die Exkursionsgruppe um Anja Mindt und Marwin.

 

Liekwegen, Porta Westfalica, Hannover, 15. August 2014. Zeitgleich mit dem Abschluss der Kartierungen zur Gelbbauchunke fand auch die letzte Amphibienexkursion in der Saison 2014 statt. Insgesamt acht Exkursionen wurden im Rahmen des Projekts „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“ im Nördlichen Weserbergland durch den NABU Niedersachsen begleitet oder durchgeführt. Alleine sieben davon am Vorzeigestandort im Steinbruch Liekwegen, der ehrenamtlich vom NABU Kreisverband Schaumburg gemanagt wird.

 

Zuletzt war die naturbegeisterte Truppe um „Marwin“ zu Gast im Steinbruch und konnte frisch geborene Waldeidechsen, Kreuzkröten und Gelbbauchunken in unterschiedlichen Größen, erwachsene Erdkröten, verschiedene Molchlarven und andere Tiere der Tümpel erleben. „Besonders gut gefallen hat uns die Blindschleiche“, da waren sich die Kinder einig. „Sie war so schön glatt und hat sich mit ihrem spitzen Schwanz auf meiner Hand festgehalten und gewärmt“, wurde weiter geschwärmt.

 

Bereits am 23. Mai 2014 standen gleich zwei Exkursionen im Steinbruch Liekwegen an. Vormittags informierten sich der Amphibienexperte Mark Barber vom „Amphibian and Reptile Conservation Trust“ (ARC) Wales mit Emma und Eliane über das Projekt im Steinbruch Liekwegen. Mit großer Begeisterung haben alle zum ersten Mal Gelbbauchunken gesehen. Denn Gelbbauchunken gibt es im United Kingdom höchsten ausgesetzt.

 

  

Links: Mark Barber inspiziert einen Tümpel. Rechts: Eine entdeckte Gelbbauchunke lässt sich von beginnendem Regen nicht stören.

 

Am Nachmittag kamen die „Naturentdecker“ um Antje Brandt aus Bad Oeynhausen. Die absolut naturbegeisterte Gruppe konnte im Steinbruch viel entdecken und auch speziell die Unterschiede zwischen Teich- und Fadenmolch feststellen. Weitere Fotos und Informationen haben die Naturentdecker auf ihrer Homepage zu bieten: http://www.natur-oberbecksen.de/jugendgruppe-naturentdecker-bad-oeynhausen/amphibienexkursion-23-5-14/.

 

  

Links: Kinder der "Naturentdecker" an den Umweltbildungstümpeln in Liekwegen. Rechts: Gefüllte Eimer mit verschiedensten Tieren, die nach einer kurzen Besprechung wieder in ihre Gewässer frei gelassen wurden.

 

Weitere Bilder der "Naturentdecker" Bad Oeynhausen.

 

Am 4. Juni 2014 war es der NABU Lippe um Dr. Klaus Steinheider, der sich durch den Steinbruch führen ließ. Generell selten aber für den Steinbruch hier typisch, war die Gelbbauchunke natürlich ein ‚Highlight‘ der Exkursion. Zum Abschluss grüßte ein Feuersalamander auf Dämmerungswanderschaft und sorgte für Entzücken.

 

  

Links: Feuersalamander. Rechts: Exkursionsgruppe der Uni Braunschweig.

 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Miguel Vences und dem Feuersalamander-Experten Dr. Sebastian Steinfartz fand am 11. Juni 2014 die Exkursion im Blockseminar der 4. Semester Biologen der Uni Braunschweig im Steinbruch Liekwegen statt. Begleitet von Bruno Scheel und Christian Höppner konnten die Experten allerhand Amphibien und Reptilien entdecken. Neben Feuersalamandern, Gelbbauchunken, Kreuzkröten, Waldeidechsen und Blindschleichen stand der, für das ungeübte Auge schwer zu entdeckende, Laich der Gelbbauchunke in besonderem Fokus.

 

   

Bild 1: Tiefer Blick in die dreieckigen bis herzförmigen Pupillen einer Gelbbauchunke. Bild 2: Gelbbauchunke sitzend. Bild 3: Mehrere Gelbbauchunkenmännchen in einem typischen Laichgewässer (Fotos: Miguel Vences).

 

Die einzige Exkursion in Nordrhein-Westfalen wurde am 14. Juni 2014 in Porta Westfalica durchgeführt. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der Biostation Minden-Lübbecke wurde die Exkursion zum „Lurch des Jahres 2014“ – der Gelbbauchunke durchgeführt. Anders als in Liekwegen handelte es sich beim dem Exkursionsort um ein recht kleines Vorkommen. Durch schlechtes Wetter und untypische Kälte konnten leider keine erwachsenen Gelbbauchunken entdeckt werden. So wurden verschiedene Kaulquappen z.B. der Kreuzkröte und der Gelbbauchunke unterschieden sowie junge Kreuzkröten gesehen. Dr. Peter Könemann erläuterte zusätzlich interessante Dinge der Erdgeschichte und stellte die dazu passenden Gesteine vor.

 

Liekwegen, 11. Juli NABU Rinteln. Heute machte der NABU Rinteln seine schon fast traditionelle Wanderung zu den Gelbbauchunken. Bei der Amphibienwanderung konnten sich die Exkursionsteilnehmer einmal mehr vom Management und den positiven Auswirkungen dieser auf die Artenvielfalt überzeugen. Auch die Beweidung ist bei der Exkursion ein wichtiges Thema, sodass auch Pferdefreunde beim Anblick der Sorraia-Wildpferde auch auf ihre Kosten kommen.

 

  

Links: Christian Höppner zeigt die zwei Seiten einer Gelbbauchunke. Rechts: Eine juvenile Kreuzkröte (Fotos: Antje Brandt).

 

Liekwegen, 25. Juli. Auch die Naturschutzjugend (NAJU) Rinteln um Christine Land und Dennis Diekmann war dieses Jahr im Steinbruch zu Gast. Beim obligatorischen Tümpeln konnte die NAJU in zwei ausgesuchten Vorzeigegewässern allerhand entdecken. Dabei werden grundsätzliche Regeln zum vorsichtigen Umgang mit den Tieren besprochen, doch auch dem Motto: „Man kann nur schützen was man kennt!“, Rechnung getragen.

Durch anhaltende feuchte Witterungsbedingungen war heute bei gutem Wetter der „Krötenregen“ zu beobachten. So sind zahlreiche junge Erd- und Kreuzkröten unterwegs auf den Wegen, da sie sich bei feuchten Bedingungen, ausgehend von ihren Ursprungsgewässern, auf den Weg in Landlebensräume oder zu anderen Gewässern gemacht haben.

 

  

Links: Die NAJU Rinteln um Christine Land. Rechts: Stolzes NAJU-Mitglied mit sich wärmender Blindschleiche.

 

Der Steinbruch Liekwegen ist ein gemeinsames Naturschutzprojekt des NABU Kreisverbandes Schaumburg und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg. Die dort entstehende Arbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet und getragen. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.nabu-shg.de/projekte/?act=reptilien&lv2=reptilien3. Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, können Sie eine Spende mit dem Stichwort „Steinbruch Liekwegen“ versehen und an den: NABU Kreisverband Schaumburg, Spendenkonto 341 292 159, Bankleitzahl 255 514 80 bei der Sparkasse Schaumburg, richten. Herzlichen Dank!

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

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