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07.12.2015: Gelbbauchunken-Becken im SEA LIFE Hannover eingeweiht (NDS)

Kooperation zwischen NABU und SeaLife Hannover ausgeweitet

 

Hannover - Das SEA LIFE Hannover unterstützt als Kooperationspartner den NABU Niedersachsen in seinem Bemühen, die Gelbbauchunke wieder anzusiedeln. Mit der Einweihung eines neuen Aufzuchtbeckens im ‚Leine‘-Bereich wurde nun ein weiterer Schritt getan.

 

Projektleiter Ralf Berkhan, Dr. Holger Buschmann (Landesvorsitzender - NABU Niedersachsen) und Oliver Schaper (Sea Life Hannover) bei der Einweihung des Gelbbauchunkenbeckens im Sea Life Hannover.

 

Radio Leinehertz Beitrag (3:43)

 

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist gerade in Deutschland eine besonders schützenswerte Art. Denn bei uns befindet sich ein bedeutender Teil ihrer Weltpopulation. Doch das Überleben des kleinen Froschlurchs ist gefährdet: Die Gelbbauchunke ist auf der Roten Liste Deutschlands als "stark gefährdet" und in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Mit dem NABU-Projekt zur Wiederansiedlung der Gelbbauchunke soll eine stark gefährdete Art Niedersachsens hier wieder heimisch werden.

NABU Niedersachsen und SEA LIFE Hannover setzen sich gemeinsam für die vom Aussterben bedrohten Tiere ein, damit sie nicht aus der Landschaft und dem Bewusstsein der Menschen verschwinden. Im Rahmen einer gemeinsamen Schutzmaßnahme zwischen dem NABU Niedersachsen und dem SEA LIFE Hannover werden die Gelbbauchunken in dem Großaquarium nachgezüchtet. In speziellen und artgerecht eingerichteten Aquarien verbringen die Gelbbauchunken des NABU Niedersachsen die erste Zeit ihres Lebens bevor sie ausgewildert werden können. Die Gelbbauchunken können täglich ab 10 Uhr im SEA LIFE Hannover bestaunt werden.

 

Dr. Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erklärte: „Es ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen, eine bundesweit stark gefährdete und in Niedersachsen sogar vom Aussterben bedrohte Art in Gebieten wieder heimisch zu machen, in denen sie schon seit Jahrzehnten als ausgerottet galt. Das Ziel ist es, langfristig überlebensfähige Vorkommen mit genetischer Eignung zu etablieren und diese mit bereits vorhanden Populationen zu vernetzen, so dass wieder ein genetischer Austausch stattfinden kann.“ Der NABU dankt SEA LIFE für die gute Zusammenarbeit, denn neben der Wiederansiedlung an sich führt auch ganz besonders der Wissenszuwachs zum Erfolg solcher Artenschutzmaßnahmen.

 

 

Für den NABU Niedersachsen stellt dieses Projekt eine besondere Herausforderung dar, da es das erste länderübergreifende Projekt ist, für das der NABU Niedersachsen als Projektträger in der Verantwortung steht. Mittlerweile werden 133 Projektgebiete in acht Projektregionen und fünf Bundesländern (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg) von den dortigen Mitarbeitern des NABU sowie der Biologischen Stationen bearbeitet. Darüber hinaus steht und fällt der Erfolg des Projektes in der Kooperation mit vielen unterschiedlichen Interessensgruppen, wie dem ehrenamtlichen Naturschutz, den Förstern, Landwirten, Ämtern und nicht zuletzt der Rohstoffindustrie, die Sand-, Kies- oder Lehmgruben zur Verfügung stellen. Alle Akteure ziehen hier in vorbildhafter Weise an einem Strang.

 

Oliver Schaper, SEA LIFE Hannover, erklärte: „Persönlich liegt mir der Amphibienschutz sehr am Herzen. Deshalb freue ich mich, dass wir mit diesem weiteren Projekt den NABU Niedersachsen unterstützen und einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten können.“

 

Gute Erfahrungen zwischen dem NABU Niedersachsen und SEA LIFE Hannover wurden bereits im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes der Europäischen Sumpfschildkröte gesammelt. Diese Erfahrungen werden mittels dieser Kooperation zur Gelbbauchunke nun ausgeweitet.

 

Für Rückfragen:

Ralf Berkhan, NABU-Projektleiter, Telefon: 0511-91105-22

Oliver Schaper, Sea Life Hannover, Telefon: 0511-12330-24 oder -18

 

 

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

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