baggerspuren_Bruno_Scheel.jpg

02.07.2016: Terminhinweis: NABU und natour.NAH-Zentrum Schillathöhle laden zur Exkursion in den Steinbruch Segelhorst ein (NDS)

Hessisch Oldendorf/Hannover – Am Samstag, den 2. Juli 2016, laden der NABU Niedersachsen und das natour.NAH-Zentrum Schillathöhle zu einer Exkursion in das neu hergerichtete Gelbbauchunken-Habitat im stillgelegten Teil des Steinbruchs Segelhorst ein. In Kooperation mit der Norddeutschen Naturstein GmbH (NNG) und dem Landkreis Schaumburg konnte hier im Rahmen eines Bundesprojektes eine neue Gelbbauchunkenpopulation angesiedelt werden.

Bei der Exkursion lernen Sie diesen wertvollen Amphibienlebensraum kennen und haben die Möglichkeit in die herzförmigen Pupilllen des streng geschützten Froschlurchs zu blicken. Es führen Sie Ilona Jentschke und Christian Höppner, die für den NABU Niedersachsen die ökologischen Arbeiten im Steinbruch Segelhorst betreuen.

 

Treffpunkt der Exkursion ist das natour.NAH-Zentrum an der Schillathöhle, Riesenbergstraße 2a in 31840 Hessisch Oldendorf. Die Exkursion beginnt um 11 Uhr und ist für 1,5 Stunden angesetzt. Festes Schuhwerk ist erforderlich.

 

Anmeldungen nimmt das Zentrum telefonisch unter 05751-403980 oder unter E-Mail: anfrage[at]schillathoehle.de entgegen. Die Kosten in Höhe von 5 Euro können direkt vor Ort gezahlt werden.

 

Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu können. Bitte denken Sie an Ihre Fotoapparate. Es besteht die Gelegenheit Fotos zu machen.

Für Rückfragen: Christian Höppner & Ilona Jentschke, Telefon: 05751-9243801 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

HINTERGRUND

Steinbruch Segelhorst

Besondere Beachtung für den Naturschutz findet der Steinbruch heute als potentielles Habitat für die Gelbbauchunke (bombina variegata). Der kleine Froschlurch mit der schwarzgelb gefleckten Bauchseite ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht. Als Erstbesiedler kleiner Gewässer ist er auf sich verändernde, dynamische Habitate angewiesen. Das kleine Tier braucht also immer neue „Pfützen“ um sich fortpflanzen zu können. In einer zunehmend verbauten und genutzten Landschaft sind „Pfützen“ jedoch selten geworden. Hier bei uns im Norden befindet sich die natürliche nördliche Verbreitungsgrenze der Art. Ihre letzten Vorkommen sind leider oft sehr klein und stark voneinander isoliert. Der genetische Austausch der Population ist stark gehemmt. Dieser ist jedoch immens wichtig für die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Art und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.

 

Im Rahmen eines bundesweiten Schutzprojektes des NABU Niedersachsen, gefördert vom Bundesamt für Naturschutz, „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“ wird dem Tier nun geholfen. Die Projektmitarbeiter schaffen, oft gemeinsam mit den Abbauunternehmen mit Radladern und Baggern neue Lebensräume, erfassen und dokumentieren die Bestandsentwicklung der Art, vernetzen die Biotope miteinander und beraten aktive Steinbrüche und Landnutzer beim Schutz von Amphibien.

 

Der Steinbruch Segelhorst ist eines von 53 „Projektgebieten“ der Projektregion „Nördliches Weserbergland“. Um der bestehenden Populationen im Steinbruch Segelhorst einen Rückzugsraum zu geben, wurden kleine Gewässer im stillgelegten Teil des von der Norddeutschen Naturstein GmbH NNG betriebenen Steinbruchs angelegt. Seit dem Winter 2014/15 wird hier zudem versucht, durch die gezielte Wiederansiedlung von Gelbbauchunken eine neue Population zu begründen. Der Steinbruch Segelhorst liegt genau zwischen bekannten Vorkommen in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg. Langfristig soll sich hier ein stabiles Unkenbiotop und ein Ruhepol für die wandernden Tiere entwickeln.

 


 

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

leben.natur.vielfalt das Bundesprogramm   Logo Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit   Bundesamt für Naturschutz